In Erinnerung an Anderl Heckmair zum 111. Geburtstag - Elfringhauser Schweiz & Umgebung

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In Erinnerung an Anderl Heckmair zum 111. Geburtstag
Bei einem gemeinsamen Spaziergang in der Elfringhauser Schweiz: Anderl Heckmair mit seinem Freund und Biografen Uli Auffermann. (© Archiv Heckmair-Auffermann)
12.10.2017
In Erinnerung an Anderl Heckmair zum 111. Geburtstag
Damals 1906... Anderl Heckmair wird am 12. Oktober in München geboren

Selbst der weitgereiste Erstbegeher der Eiger-Nordwand, Anderl Heckmair, war begeistert von der reizvollen Landschaft der Elfringhauser Schweiz und ging hier mit seinem Freund und Biografen Uli Auffermann noch im Alter von 97 Jahren steil bergauf.

In diesem Herbst hätte der weithin bekannte Alpinist seinen 111. Geburtstag gefeiert. Der Oberstdorfer Bergführer, der im Oktober 1906 zur Welt kam, war bis zuletzt aktiv, starb 2005 im hohen Alter von 98 Jahren und hat auf dem Oberstdorfer Friedhof seine letzte Ruhe gefunden.

Ja, Heckmair ist alt geworden, richtig alt, und das, obwohl er zu den ganz extremen Bergsteigern seiner Zeit gehörte! In alpinen Publikationen beschrieb man ihn denn auch als Draufgänger, als Hasardeur, als wilden Kletterer. Da ist viel dran. Aber würde man ihn und seine Einstellung zum Klettern darauf reduzieren, man hätte keinerlei Erklärung für das Erreichen seines biblischen Alters. Sein Motiv, sein Leben so nachhaltig dem Alpinismus zu widmen und auf diesem Gebiet ein Extremer zu werden, hatte sicher mit seiner ganz individuellen und der gesellschaftlichen Situation zu tun und lag in seiner Kindheit und Jugend begründet. Als Bergsteiger alt werden konnte er aber nur, weil er eine klare Einstellung und ein eindeutiges Wertesystem dem Klettern gegenüber entwickelt hatte und dabei zentral den Wert des Erlebens in den Mittelpunkt stellte.

Eines seiner größten Erlebnisse, das ihn zudem weltbekannt machte, war die erste Durchsteigung der berühmt- berüchtigten Eiger-Nordwand im Berner Oberland im Sommer 1938. Doch Anderl Heckmair war viel mehr als nur der Eiger-Mann. Es war vor allem seine Art, sich selbst treu zu bleiben, die faszinierte.
Anderl Heckmair (© Archiv Heckmair-Auffermann)
Anderl Heckmairs Aktivitäten beim extremen Klettern, auf Expeditionen und Reisen, aber auch jenseits davon waren so umfangreich und vielseitig, dass es den Rahmen sprengen würde, wollte man sie alle auflisten. Jedoch lässt sich die Essenz in einem Satz sehr anschaulich beschreiben: Heckmair war durch seine Tätigkeiten ein Mittler des Erlebnisses Berg, ein Botschafter der Gebirgsnatur in all ihrer Vielgestaltigkeit.

In den 1930er-Jahren ließ sich der gebürtige Münchner in Oberstdorf nieder, heiratete eine Einheimische und bekam zwei Söhne. Der Ältere, Andi, machte sich später u.a. als Mountainbike-Pionier und Inhaber eines Fahrradgeschäfts in Oberstdorf und weit darüber hinaus einen Namen. In den 1950er und 60er-Jahren betreute Anderl Heckmair als alpiner Berater die Jugendherberge in Oberstdorf-Kornau, war als Skilehrer und Bergführer im Allgäu, aber auch weltweit aktiv. Etliche seiner prominenten Gäste brachte er auf seine heimatlichen Berge: u.a. auf die Höfats, die Trettach oder den Hochvogel. Und wie viele Urlauber in Oberstdorf konnten mit ihm am Söllereck wandern und dank Anderl Heckmair und seiner lieben Frau Trudl einen Einblick in die Geologie und Botanik der Allgäuer Bergwelt erhalten! Nie war er sich zu schade, bei jedem Wetter dreißig Jahre lang diese Exkursionen im Auftrag der Oberstdorfer Kur AG durchzuführen. Immer gingen interessierte Menschen mit, für viele ein Traum, mit einem so bekannten Alpinisten unterwegs zu sein.

Für sein umtriebiges Engagement in Sachen Bergsteigen und Natur erhielt Anderl Heckmair das Bundesverdienstkreuz am Bande und die Ehrenbürgerwürde von Oberstdorf, für die Förderung des Jugendwanderns weitere Auszeichnungen und Ehrungen.

Und trotz seiner weltweiten Bekanntheit hatte Heckmair immer ein offenes Ohr für die Gäste in Oberstdorf, die auch schon mal an seine Tür klopften, um sich vielleicht eines seiner Bücher von ihm signieren zu lassen.

- ULI AUFFERMANN -
Trudl Heckmair und Uli Auffermann auf dem Anderl-Heckmair-Weg in der Elfringhauser Schweiz.
Uli Auffermann errichtete in der Elfringhauser Schweiz das Anderl-Heckmair-Stüberl und den Anderl-Heckmair-Weg zum Gedenken an seinen langjährigen Freund. Die Idee des Anderl-Heckmair-Stüberls: Zeitlebens war Anderl Heckmair, ein Botschafter der Natur, ein Mittler des Erlebnisses Berg. Sein Engagement galt vor allem Menschen, die aus den verschiedensten Gründen wenig Zugang haben, Erfahrungen in der Natur zu machen, und deren Blick für die Vielseitigkeit der Flora und Fauna noch nicht geschärft ist. Der Weg soll anknüpfen an Heckmairs Wirken. Sein Name macht viele neugierig aufs Wandern und Bergsteigen, macht Mut loszuziehen und auf Entdeckungsreise zu gehen, ohne Leistungsgedanken und Wettbewerb... mehr



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